Mental Fitness – Dein Ticket in ein selbstbestimmteres Leben

Aktualisiert: 1. Mai

Was wäre, wenn du negative Gefühle rasch in positive umwandeln könntest? Wenn du gemäss deinen Wertvorstellungen agieren könntest und dadurch Veränderungen am Arbeitsplatz und in anderen Lebensbereichen ermöglichst? Wenn du deine Work-Life-Balance so gestalten könntest, dass es deinen innersten Bedürfnissen entspricht und dich so richtig von innen her erfüllt?


Das ist keine Spinnerei, sondern tatsächlich möglich mit Mental Fitness Training, auch PQ Training genannt, und etwas Übung. Laut Shirzad Chamine, Bestseller Autor von «PQ - Positive Intelligenz» und Dozent an der Stanford Universität in Kalifornien, schöpfen nur 20 % der Teams und Individuen ihr Potenzial aus. Die Mehrheit aller Menschen sabotiert sich selbst und verbringt viel zu viel Zeit mit negativen Gefühlen oder macht sich und andere selbst klein.


Warum ist das so und wie kannst du dein eigenes Potenzial besser nutzen, um deine privaten und beruflichen Träume und Wünsche zu verwirklichen?





Lerne in diesem Artikel die Grundlagen von Mental Fitness nach Shirzad Chamine kennen.

  1. Es gibt gewisse innere Stimmen, beim PQ-Training Saboteure genannt, die ständig zu dir sprechen und dich klein halten. Einer davon ist der «Meister-Saboteur», der innere Richter, welcher dir ständig einredet, du seist nicht gut genug, kannst nichts, würdest immer versagen…

  2. Es gibt einfache Übungen, so genannte «PQ Reps», mit denen du lernen kannst, deine inneren Saboteure zu erwischen, sie genauer zu betrachten, um dann bewusster entscheiden zu können, wie du in einer bestimmten Situation handeln sollst. Es geht hier darum, dass du dich besser beobachtest und jedes Mal bewusst entscheidest, wie du mit einer Situation umgehen willst. So erhältst du mehr Kontrolle über dein Handeln. Das ist der «Self-Command-Muskel».

  3. Die fünf «Sage Powers», zu Deutsch die fünf Stärken des Weisen, geben dir Handlungsweisen zur Hand, die dir ganz neue Horizonte eröffnen. Anstatt negativen Gefühlen wie Ärger, Frust, Wut, Enttäuschung freien Lauf zu lassen, siehst du neue Perspektiven, Chancen und Möglichkeiten, und handelst aus einer positiven Grundstimmung heraus.



Mental Fitness nach Shirzad Chamine

Durch einen LinkedIn-Post hörte ich zum ersten Mal von «Positive Intelligence». Eine Kollegin hatte die Zertifizierung zum «PQ Coach» abgeschlossen und schwärmte von der Auswirkung, die das Programm bei ihr hinterlassen hat. Das machte mich neugierig. Ich hörte mir das Einführungsvideo für angehende Coaches von Shirzad Chamine an. Er sprach davon, dass er Menschen begleiten möchte, ein besseres Leben zu führen. Denn die Zeit drängt. Wir haben keine Zeit, uns ständig mit unseren negativen Gefühlen aufzuhalten und Dinge vor uns hinzuschieben. Uns zu ärgern, über uns selbst, über andere oder über Situationen. Es gibt globale Krisen, die wir als Menschheit bewältigen müssen. Dafür braucht es Leader, die selbstbewusst und selbstbestimmt handeln und mutig sind, neue konstruktive Wege zu gehen. Mit seinem «Mental Fitness»-Programm möchte er Menschen helfen, ihre Fähigkeiten auf ein höheres Level zu bringen.



Negative Gefühle – wichtig fürs Überleben

Unser «Survival brain» hat einiges abgespeichert, das uns hilft zu überleben. Z. B. spüren wir Schmerz, wenn wir die Hand auf die heisse Herdplatte legen. Das ist gut so, denn es warnt uns, dass es heiss ist und wir uns verbrennen könnten. Wir ziehen die Hand automatisch von der Platte um grösseren Schaden zu vermeiden.


Bildlich gesprochen ist es aber im Leben häufig so, dass wir die Hand auf der heissen Platte liegen lassen. Deinen Zorn über die HR-Chefin, welche dich wieder mal geärgert hat, nimmst du mit nach Hause… Dein ganzer Abend ist vermiest und am nächsten Tag hast du keine Lust, überhaupt in die Firma zu gehen.


Oder in einem Projektmeeting wird dir wieder mal vorgehalten, du seist zu kritisch. Du denkst darüber nach und kannst nicht schlafen. Am nächsten Tag hasst du dich dafür, natürlich auch alle deine Kritiker und überhaupt bist du nicht mehr sicher, ob du noch da arbeiten willst…


Auch im privaten Umfeld verbrennen wir uns die Finger. Deinen Teenager, der dir den letzten Nerv raubt, hast du angebrüllt und ihm die Playstation weggenommen… Nun verachtest du nicht nur deinen Sohn, sondern auch dich selbst für diese harsche Reaktion und die Situation als Ganzes, denn wieso muss der Sohn auch immer so blöd tun, wenn in der Firma gerade die Hölle los ist…


Im Mental Fitness Training lernst du, die Hand schneller von der Herdplatte zu nehmen und dadurch schneller wieder Energie und einen klaren Kopf zu haben. Du lernst dich bewusst zu entscheiden, wie du mit der Situation umgehen willst und kommst so deinen Zielen und deiner persönlichen Vision, wie du leben möchtest, immer näher.



Der Richter, dein Meister-Saboteur

Shirzad Chamine definiert in seinem Buch «Positive Intelligence» 10 Saboteure, die dir das Leben schwer machen können. Der Hauptsaboteur, welcher jeder Mensch in sich trägt, ist der innere Richter oder auch die innere Richterin.


Dieser spielt uns immer wieder Streiche, wenn es darum geht, einen Schritt nach vorne zu wagen und zu unseren wahren Bedürfnissen zu stehen. Viele Menschen leiden irgendeinmal in ihrem Leben unter dem «Hochstapler-Syndrom». Obwohl sie sich beruflich schon lange bewiesen haben und diverse Weiterbildungen erfolgreich absolviert haben, sind sie davon überzeugt, sie seien nicht gut genug und alles würde bald auffliegen. Die ganze Welt wird dann merken, dass sie nichts können und ihren Erfolg nicht verdient haben.


Solche Selbstzweifel sind normal. Auch ich kenne sie. Wenn du dir in einer solchen Gefühlslage in Ruhe eine Liste machst, was du alles schon erreicht hast im bisherigen Leben, welche Herausforderungen du gemeistert hast und wie du mit Schwierigkeiten umgegangen bist, so wird eine ganz beträchtliche Liste an Erreichtem entstehen. Nein, du brauchst nicht NOCH ein Diplom um zu zeigen, dass du dich im Gebiet auskennst. Nein, was du erlebt und durchgemacht hast ist eine Leistung, du hast daraus wahnsinnig viel gelernt und kannst das nun weitergeben. Halte dich also nicht klein und mach dich auch nicht selbst fertig. Probiere es doch einfach aus und geniesse, was du dabei lernen wirst. Im schlimmsten Fall hat es keine Wirkung, doch wenn du es nicht versuchst, weisst du es nie…



«PQ Reps» helfen bei der Selbstkontrolle

Im Mental Fitness Programm lernst du, wie du die eigenen Saboteure erkennen und «fangen» kannst. Mit kurzen Achtsamkeitsübungen im Alltag lernst du, jederzeit einen Schritt zurückzumachen und dich zu sammeln. Natürlich funktioniert das nicht von Anfang an. Wir vergleichen es darum mit dem Muskelaufbau im Fitnessstudio. Du fängst mit kleinen Gewichten an, trainierst regelmässig und siehst dann über die Wochen, wie du stärker wirst. Das ist ein Prozess. Egal wo du im Leben stehst, du wirst genau dort abgeholt und kannst gemäss deinem Level mit dem Training beginnen.


Die Übungen und Trainingsinhalte sind sehr effizient. Vermutlich werden dir einige Dinge klar, die dich schon jahrzehntelang beschäftigen. Bei mir war es so. Ich konnte durch eine Empathieübung auf einmal Dinge sehen, die vorher unmöglich waren. Ich konnte mich mit meiner Kindheit und mit meiner Mutter versöhnen, die ich bisher nur negativ aus der Saboteur-Perspektive gesehen habe. Das alleine war es schon wert, dieses Programm zu machen.



Die fünf Sage Powers (Kräfte des Weisen)

Die Auseinandersetzung mit den fünf Sage Powers gehört zum Schönsten des Programmes. Hier geht es um die Kräfte, die jede und jeder in sich trägt und wie man sie im Alltag positiv nutzen kann.


Die fünf Kräfte des Weisen (Sage Powers) sind:

1. Empathize (Empathie)

2. Explore (Forschergeist)

3. Innovate (Kreativität)

4. Navigate (der innere Kompass)

5. Activate (Tatkraft)


Je nach Situation kannst du eine oder mehrere geeignete «Sage Power» einsetzen.


Nehmen wir wieder das vorherige Beispiel der HR-Chefin, die dich geärgert hat. Du kannst dich nun ausgedehnt über sie aufregen und deinen Richter-Saboteur urteilen lassen. Oder, du entscheidest dich bewusst, mal genauer hinzuschauen. Was ist da wohl passiert? Was ärgert dich daran? Was hat das mit dir zu tun? Was sagt es über sie aus? Du könntest dich neugierig auf eine Entdeckungsreise begeben, wie ein faszinierter Anthropologe oder Sherlock Holmes mit der Lupe. Du beginnst zu verstehen, was da abläuft, verstehst dich selbst besser und siehst neue Möglichkeiten. Das wäre der «Explore»-Modus.



Du könntest dich aber auch fragen, ob die Situation bei der Arbeit generell noch deinen Wertvorstellungen und Lebensausrichtung entspricht. Vielleicht möchtest du dich ja schon länger damit beschäftigen, was es sonst noch beruflich für Optionen für dich geben könnte und du entscheidest dich aufgrund des Vorfalls, nun endlich eine Standortbestimmung durchzuführen und deine Karriereplanung aktiv voranzutreiben. Das wäre der «Activate»-Modus und führt dich ins fokussierte Tun.


Es gibt aber auch die Möglichkeit, dass du diese HR-Chefin als deine persönliche Trainerin für Empathie und Geduld nimmst, das wäre dann der «Empathie-Modus». Jedes Mal, wenn sie wieder zu dir kommt und etwas von dir will, das dir nicht passt, siehst du in ihr den wirklichen Menschen, der auch nur geliebt werden will, und versuchst, liebevoll und geduldig mit ihr umzugehen. Vielleicht ändert sich dadurch auch ihr Verhalten. Zumindest darfst du dich auf neue Trainingseinheiten freuen und daran wachsen.



Du könntest die Sache auch nochmals mit ihr ansprechen und dann gemeinsam mit ihr ein Kreativitätsspiel spielen und somit den «Innovate-Mode» nutzen. Dabei gehst du davon aus, dass mindesten 10 % einer Idee, die sie hat, gut sind. Bei dieser Übung gibt es keine schlechten Ideen. Bei jeder Idee antwortest du, «Was ich an der Idee mag ist…. (die 10 %) UND …» fügst noch etwas hinzu. Umgekehrt muss die HR-Chefin ebenfalls überlegen, welche 10 % sie von deiner Idee mag UND etwas hinzufügen. Das könnt ihr 10 - 20 Minuten oder auch länger spielen und bestimmt werdet ihr ganz neue Lösungen finden. Das Schöne daran, beide waren an der Lösung beteiligt.

Eine weitere Möglichkeit ist auf deinen inneren Kompass zu hören (Navigate-Mode). Dabei stellst du dir die Frage, ob dieser Konflikt in 10 Jahren noch wichtig sein wird oder ob es in einem Jahr oder in einem Monat noch wichtig ist. Wenn nein, dann verschwende nicht deine Energie damit. Es gibt genug anderes, wofür es sich lohnt, sich Gedanken zu machen.



Erfahre mehr darüber, wie du an deinen mentalen Muskeln arbeiten kannst.


Was nimmst du für dich aus diesem Artikel mit? Hast du alles schon gewusst? Was hat dich am meisten erstaunt?


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